Eine Reise entlang der Schlei

Die Schlei, der Ostseefjord zwischen Flensburg und Kiel ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.

Im Frühjahr wenn an der Schlei der Raps blüht und die Felder in sattem Gelb erstrahlen, im Sommer wenn man Baden kann, im Herbst wenn die der Frühnebel auf der Landschaft liegt und im Winter wenn der Reif im Licht der Wintersonne glitzert.

Am bekanntesten, vor allem auch als „Ort Deekelsen“ , aus der Fernsehserie „Der Landarzt“ ist wohl das kleine Städtchen Kappeln.

Direkt an der Schlei nicht weit von der modernen und architektonisch sicher recht interessanten Klappbrücke aus dem Jahr 2002 befindet sich der Museumshafen von Kappeln.

Kappeln © Julia Höfer-von Seelen

Hier liegen zahlreiche alte Schiffe und einige, die nach alten Plänen gebaut wurden. Einige von ihnen sind bereits über 100 Jahre alt und bei einem Gang über den Steg geben Ihnen die Skipper und Skipperinnen gerne Auskunft über deren Geschichte.

Ein weiteres Highlight und in unmittelbarer Nähe des Museumshafens ist die Angelner Dampfeisenbahn. Sie fährt mit den vorwiegend skandinavischen Fahrzeugen in den Sommermonaten regelmäßig von Kappeln nach Süderbrarup und zurück. Einzelheiten zum Fahrplan finden Sie unter: www.angelner-dampfeisenbahn.de.

Schon vom Schleiufer aus zu sehen ist die Nikolaikirche in Kappeln. Der rote Backsteinbau aus dem Spätbarock wurde zwischen 1789 und 1793 gebaut. Die Saalkirche mit Tonnengewölbe steht auf einem Fundament aus Feldsteinen, die von 22 Großsteingräbern stammen.
Auch weithin sichtbar ist die Mühle Amanda. Die Windmühle wurde 1888 zusammen mit einer Sägerei erbaut und in der windarmen Zeit mit Abfällen aus dieser betrieben. Noch bis ins Jahr 1964 wurde in der Mühle gemahlen. Heutzutage kann sie während der Öffnungszeiten der Tourist-Information besichtigt werden. Das restaurierte Sägewerk ist heute ein „Working-Museum“ und Besucher bekommen hier in einen Einblick über die Holzbearbeitung.

Wer im Sommer baden möchte kann dies auch tun nicht weit von Kappeln in Richtung Olpenitz  liegt an der Schleimündung der Weidefelder Strand. Ein kurtaxefreier Strand mit feinem fast weißem Sand. Oder unternehmen Sie mit dem Schiff eine Fahrt auf der Schlei und lassen Sie die faszinierende Landschaft an sich vorüberziehen. Natürlich besteht für Angelfreunde auch die Möglichkeit mit einem Hochseekutter auf die Ostsee zum Angeln zu fahren.

Auf einer Halbinsel zwischen Schlei und Ostsee liegt das kleine Fischerdorf Maasholm. In dem Dorf mit den reetgedeckten Fischerkaten kann man nicht nur wunderbar Fisch essen sondern auch immer frischen Fisch kaufen. Ein Rundgang durchs Dorf lohnt sich wirklich.

Von Kappeln ein Stück in Richtung Schleswig, auf einer Halbinsel gelegen, ist Arnis, das sich mit seinen rund 350 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands nennt. In diesem Ort lebt man offensichtlich sehr gesund, was der hohe Anteil älterer Bewohner beweist. Die Stadt besteht aus einer einzigen Straße, der „Langen Straße“, die beidseitig mit kleinen eng aneinander gereihten Häusern bebaut ist. Die Grundstücke fallen hinter den Häusern sanft zum Wasser hin ab.

Brücke bei Lindaunis © flickr/sky#walker

Weiter in Richtung Schleswig, etwa in der Mitte zwischen Kappeln und Schleswig,  liegt Lindaunis. Sehenswert in Lindaunis ist die Klappbrücke, die sowohl von Zügen als auch von Autos genutzt wird und dies auf nur einer Fahrspur. Kommt also ein Zug müssen die anderen Fahrzeuge warten. Und natürlich muss auch bei Gegenverkehr gewartet werden. Und auch der „Landarzt“ hat schon hier gewartet.

Am Ende der Schlei schließlich liegt Schleswig, dessen Geschichte eng mit der der einstigen Wikingersiedlung Haithabu verbunden ist. Der Ort wurde 804 zum ersten Mal erwähnt und 1711 entstand dann aus den Siedlungen Altstadt, Holm, Lollfuß und Friedrichsberg die Stadt Schleswig.

Sehenswert in Schleswig sind das Schloss Gottorf mit dem Barockgarten,  Gottorfer Globus, der gut erhaltenen Moorleiche und dem Nydamboot aus dem 4. Jahrhundert. Oder machen Sie einen Rundgang durch die alte Fischersiedlung mit den hübschen Fischerkaten auf dem Holm.

Schon von weitem zu sehen ist der Schleswiger Dom dessen Grundstein 1134 gelegt wurde. Von der Aussichtsplattform des Turmes in 65 Metern Höhe hat man einen traumhaften Blick auf Schleswig und die Schlei. Und auch in der Kirche kann man wahre Kunstschätze, wie den Bordesholmer Altar,  entdecken.

Die in der Wikingerzeit bedeutende Siedlung Haithabu ist heute ein Freilichtmuseum, in dem man sich über das Alltagsleben während der Wikingerzeit, das natürlich längst nicht nur aus Kaperfahrten bestand,  informieren kann.

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