Die Nordfriesischen Inseln

Neben den Ostfriesischen Inseln sind auch die Nordfriesischen Inseln vor der Westküste Schleswig-Holsteins immer eine Reise wert.

Sylt © flickr/ArminFlickr

Sylt die größte deutsche Nordseeinsel wurde vor rund 8000 Jahren vom Festland abgetrennt und verdankt ihre außergewöhnliche Form dem Spiel der Gezeiten und des Wetters. Seit 1927 ist Sylt durch den Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden. Ist Sylt inzwischen mehr oder weniger als Insel der Reichen bekannt, so war das Dasein in der Vergangenheit doch oft karg, denn die Bevölkerung lebte fast ausschließlich vom Fischfang.
Heute ist Sylt vor allem bekannt für 40 Kilometer Sandstrand, Dünen, Watt und natürlich reetgedeckte Häuser in ihren bunten Gärten.  Und auch wenn man auf dem Autozug über den Hindenburgdamm problemlos das Auto mitbringen kann, so lohnt es sich doch mal darauf zu verzichten. Auf Sylt kann man wunderbar wandern und Rad fahren. Und neben dem wohl allen bekannten Westerland gibt es auch noch andere interessante Orte. So kann man in Keitum nicht nur die alte Kirche besichtigen sondern auch im Sylter Heimatmuseum und im Altfriesischen Haus viel über Geschichte und Wohnkultur der Insel erfahren.

Auch in Morsum steht eine alte Kirche, St. Martin, die statt eines Turms einen hölzernen Glockenstapel hat, aber besonders beeindruckend ist das Morsum Kliff. Seine Farben hat es der Sage nach von Außerirdischen die dort vor langer Zeit gelebt haben sollen. In Wirklichkeit aber sind hier mehrere Millionen Jahre Erdgeschichte in den verschiedenen Schichten zu sehen. Zwischen Wenningstedt und Kampen steht der Kampener Leuchtturm. Er ist stolze 38 Meter hoch und ist der älteste auf Sylt. Erbaut wurde der schwarz-weiße Turm im Jahre 1855.

In Westerland gibt es einen Friedhof auf dem Schiffbrüchige, die in der Zeit zwischen 1855 und 1905 angespült wurden, begraben sind. Eine noch wesentlich ältere Grabstätte ist das Steinzeitgrab Denghoog. Es ist das größte in Schleswig-Holstein und wurde vor etwa 5000 Jahren errichtet.

Im Herzen des Naturparks Wattenmeer gelegen ist die zweitgrößte der Inseln, Föhr. Der größte Ort und die einzige Stadt der Insel ist Wyk, das auf eine rund 190 Tradition als Heilbad zurückblicken kann. Auf Föhr kann man wunderbar radeln und so auch die Dörfer mit den typischen reetgedeckten Friesenhäusern besuchen. Auch Vogelkundler kommen auf Föhr auf ihre Kosten.

Leuchtturm Amrum © flickr/ohschroeg

Auf Amrum gibt es nicht nur wunderbare Sandstrände und hohe Dünen sondern auch Wald- und Heideflächen. Im Nordseebad Wittdün kann man nicht nur an- und ablegende Fähren beobachten, sondern auch Baden. Zwischen dem Ort und dem Leuchtturm befinden sich zwei Zeltplätze direkt in den Dünen. Der Leuchtturm auf Amrum ist nicht nur das Wahrzeichen der Insel, sondern auch einer der höchsten an der deutschen Nordseeküste. Er misst inklusive der Düne auf der er steht stolze 66 Meter. 1875 wurde er in Betrieb genommen. In Nebel kann man auf dem Friedhof an der St. Clemens-Kirche aus dem Jahr 1200 kunstvoll gestaltete Grabsteine bewundern, die aus dem Leben der Inselbewohner erzählen.  Aber auch Grabhügel aus der Bronze- und Eisenzeit gibt es auf Amrum.

Die Insel Pellworm mit ihren knapp 1.200 Einwohnern liegt im Herzen der nordfriesischen Insellandschaft. Auf der grünen Marschinsel können Besucher viele Zugvögel, die hier Station machen, beobachten oder den Leuchtturm besuchen, der seit 1907 hier seinen Dienst tut. Der 41,5 Meter hohe Turm wurde auf einer Pfahlgründung bestehend aus 127 Eichenpfählen errichtet. Wenn Sie Glück haben, treten vielleicht auch gerade die Frauen der Trachtentanztruppe auf, während Sie die Insel besuchen.

Durch einen Autodamm mit dem Festland verbunden und von einem 28 Kilometer langen grünen Deich umgeben ist die Halbinsel Nordstrand. Hier kann man segeln, radeln oder auch im besonderen Meeresreizklima kuren. Mit Pferd und Wagen kann man bei Ebbe direkt über den Meeresboden bis zur Hallig Südfall fahren. Wer es noch ruhiger mag, kann auch einfach nur faulenzen und die Natur genießen.

Natürlich müssen auch die Halligen erwähnt werden. Auf diesen kleinen Eilanden kann man am besten erfahren, was es heißt mitten im Meer zu leben und den Elementen ausgeliefert zu sein. Vielleicht sind die Halligen nicht jedermanns Sache, einen Besuch wert sind sie aber allemal.

Und auch Zeit für eine Wattwanderung sollte man sich bei einem Aufenthalt in der Region nehmen. Allerdings nur mit einem erfahrenen Führer, da sonst schnell fallender Nebel und rasch auflaufende Fluten schnell zur Gefahr für Leib und Leben werden können.

This entry was posted in Deutschland and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>