Der große Basar in Istanbul

Der große Basar in Istanbul war schon in osmanischer Zeit ein wichtiges Handelszentrum am Schnittpunkt der Handelswege zwischen Orient und Okzident. Hier arbeiten jeden Tag rund 30.000 Menschen als Händler, Träger, Teeverkäufer und vieles mehr. Vielleicht die größte Händlergruppe bilden die Teppichhändler. Sie handeln mit teilweise sehr alten Seiden-, Woll- und Perserteppichen. Man kann zum Beispiel kostbare alte, einzigartige und farbenfrohe anatolische Teppiche finden, die von den Frauen für ihre Aussteuer geknüpft wurden. Die Qualität der geknüpften Teppiche richtet sich unter anderem nach der Anzahl der Knoten pro Quadratzentimeter. Diese Zahl kann irgendwo zwischen 5 und knapp 500 liegen. Die Teppichbarone gelten als die reichsten Händler des Basars. Auf dem Goldmarkt werden jedes Jahr 150 Tonnen Gold angeliefert und von den zahlreichen Goldschmieden zu schönem Schmuck verarbeitet. Der Basar in Istanbul mit seinen Toren und Sicherheitsleuchten ist der sicherste Ort für Gold in Istanbul. Der letzte Dieb wurde hier vor 100 Jahren gefasst und hingerichtet. Neben den Teppichhändlern und Goldschmieden gibt es auch Devisenhändler, Antiquitätenhändler, Juwelenhändler und in heutiger Zeit auch immer mehr Händler billiger Waren und gefälschter Markenprodukte aus Asien.  Der letzte Kalligraph auf dem Basar schreibt mit selbstgeschnittenen Bambusfedern Koransuren auf speziell dafür hergestelltes säurefreies Papier. Aber auch altes Kupferhandwerk hat hier noch seinen Platz, genau wie zum Beispiel Keramik aus Iznik, die nach alten osmanischen Vorlagen hergestellt und bemalt wird.  Der Basar ist eine Art Märchenkaufhaus, in dem Menschen aus verschiedenen Nationen mit verschiedenen Religionen friedlich Handel treiben. Und wer dem Trubel einmal für kurze Zeit entfliehen möchte, zieht sich in einen der alten Handwerkshöfe zu einem Backgammonspiel oder einem Glas Tee zurück.

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