Katzen in der Eremitage von St. Petersburg

Seit über 200 Jahren haben die Katzen Wohnrecht in der Eremitage von St. Petersburg. Als Mitte des 18. Jahrhunderts die Mäuse- und Rattenplage in der Stadt überhand nahm, befahl die Zarin Elisabeth Petrowna Katzen per Dekret in den Winterpalast. Boten wurden nach Kasan geschickt um dort die besten Mäusejäger zu finden.
Seit dem war der Palast, bis auf die Zeit der deutschen Belagerung Leningrads während des Zweiten Weltkriegs, als die Katzen von der hungernden Bevölkerung gegessen wurden, nie mehr katzenfrei.
Zurzeit leben in den Kellern der Eremitage ungefähr 70 Katzen, die durch Spenden versorgt werden. Diese Spenden kommen zum großen Teil von den Museumsmitarbeitern. Aber auch Pro Animale sorgt für die tierärztliche Versorgung. Alle Katzen werden, wie es schon Elisabeth Petrowna verfügt hat, auch heutzutage natürlich kastriert, da ihre Zahl sonst ins unermessliche steigen würde. Die Museumsmitarbeiter kochen täglich ein bis zwei Mahlzeiten für die Katzen und versorgen sie, ohne dafür extra bezahlt zu werden.
Während der Zeit Katharinas der Großen, die Hunde den Katzen den Vorzug gab, waren die Katzen in die Kellerräume verbannt. Sie waren aber zu der Zeit im Palast schon so etabliert, dass an eine Vertreibung nicht zu denken war.
Heute können sich die Katzen frei bewegen, obwohl sie sich gerade im Winter gerne in den Kellerräumen in der Nähe der Heizungsrohre aufhalten. Der Zutritt zu den 350 Ausstellungssälen Eremitage ist den Katzen allerdings verwehrt. Hier befinden sich allein 20 Gemälde von Rembrandt, 31 Werke von Picasso, 37 von Matisse und die größte Gauguin Sammlung der Welt. Auch eine große Pfauenuhr, die allerdings nur noch zu besonderen Anlässen aufgezogen wird, kann man bewundern.

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